Die demografische Entwicklung in Tempelhof-Schöneberg zeigt einen hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund. Basierend auf aktuellen Statistiken aus 2024 liegt dieser Anteil bei etwa 45 Prozent, was den Bezirk im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken positioniert.12
Aktuelle Zahlen für Tempelhof-Schöneberg
Ende 2024 lebten in Tempelhof-Schöneberg insgesamt 55.939 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Davon hatten 22.198 einen Migrationshintergrund oder stammten aus Bedarfsgemeinschaften mit ausländischer Staatsangehörigkeit der Hauptperson (ca. 40 Prozent).
Ergänzende Daten zur Gesamtbevölkerung weisen für den Bezirk 68.849 Deutsche mit Migrationshintergrund und 83.582 Ausländer aus, was einen hohen Migrantenanteil unterstreicht. In Schulen des Bezirks variiert der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund je nach Standort deutlich. Berlinweit betrug der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund 55,3 Prozent, wobei 20,6 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit hatten.5
Diese Zahlen ergeben für Tempelhof-Schöneberg einen kombinierten Anteil von rund 45 Prozent unter 18-Jährigen mit Migrationshintergrund, unter Berücksichtigung von Bedarfsgemeinschaften, Schulstatistiken und Bevölkerungsdaten.
Einordnung in die Entwicklung
Die Demografie der Jugend in Tempelhof-Schöneberg spiegelt die zukünftige Zusammensetzung Deutschlands wider. Prognosen deuten darauf hin, dass in Berlin in 20 bis 30 Jahren jeder zweite Schüler aus einer Familie mit Migrationshintergrund stammen wird.
Bereits 2024 lebten berlinweit 633.840 Minderjährige, von denen 101.522 in Bedarfsgemeinschaften mit ausländischer Staatsangehörigkeit der Hauptperson waren. Der Anstieg resultiert aus höheren Geburtenraten in Migrantenfamilien und Zuzug: Ausländerinnen waren 2002 im gebärfähigen Alter jünger (Durchschnitt 35 Jahre) als Deutsche (42,5 Jahre). In Tempelhof-Schöneberg verstärkt sich dies durch lokale Strukturen, wie 763 ukrainische Staatsangehörige im Gebiet Paradestraße. Das Thema Integration treibt auch Bürgermeister Jörn Oltmann an, der sich öffentlich für Sprachkurse und Teilhabe einsetzt.
Vergleich mit anderen Bezirken und Berlin-Durchschnitt
Tempelhof-Schöneberg liegt im Mittelfeld der Berliner Bezirke. Neukölln verzeichnete mit rund 169.000 Personen mit Migrationshintergrund oder ausländischer Staatsangehörigkeit den höchsten Wert, gefolgt von Mitte (ca. 232.400).
Friedrichshain-Kreuzberg hatte 2024 hohe Anteile an unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten (96) und Bedarfsgemeinschaften (26,2 Prozent in der Altersgruppe 14–18 Jahre). Im Gegensatz dazu wies Treptow-Köpenick die niedrigsten Zahlen auf: 25.700 Deutsche mit Migrationshintergrund und 51.000 Ausländer. Der Ausländeranteil in Berlin betrug 2024 24,4 Prozent, höchste Werte in Mitte (37,4 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (30,5 Prozent).
Bundesweit übersteigt der Anteil Jugendlicher mit Migrationshintergrund in urbanen Regionen oft 30 Prozent, wobei Berlins Werte durch Zuzug und Geburtenraten höher ausfallen.
Tabellarische Übersicht
| Bezirk | Kinder/Jugendliche <18 (2024) | Davon mit Migrationshintergrund/Bedarf (ca.) | Ausländeranteil Gesamt (2023/24) |
|-------------------------|-------------------------------|----------------------------------------------|---------------------------------|
| Tempelhof-Schöneberg | 55.939 | 22.198 (40%); Schulen bis 88% | ~24% |
| Mitte | - | Hohe Bedarfsgemeinschaften; 232.400 Gesamt | 37,4% |
| Neukölln | - | 169.000 Gesamt | Hoch |
| Friedrichshain-Kreuzberg| - | 26,2% (14–18 J.) | 30,5% |
| Treptow-Köpenick | - | 76.700 Gesamt | 16,4% |
| Berlin gesamt | 633.840 | 55,3%; 101.522 Bedarf | 24,4% |
Quellen und Methodik
Die Statistiken stammen aus offiziellen Auswertungen: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand Mai 2025 zu Dezember 2024), Statista (Bevölkerung 2024), Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2023/24), Schulstatistiken und Prognosen des Senats.
Migrationshintergrund umfasst Deutsche mit ausländischen Eltern sowie Ausländer; Bedarfsgemeinschaften nach SGB II erfassen ausländische Staatsangehörige. Unterschiede ergeben sich aus Erhebungsmethoden: Schulen fragen Herkunftssprache ab, Bevölkerungsdaten Staatsangehörigkeit.
Diese Daten illustrieren die rasante Veränderung: Vor zehn Jahren lag der Anteil in Berlin bei einem Viertel, heute nähert er sich der Hälfte. Wie der Bezirk auf wachsende Bevölkerung reagiert, zeigt unter anderem das Großprojekt Neue Mitte Tempelhof mit 500 Wohnungen und neuer sozialer Infrastruktur.