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13 berühmte Personen aus Tempelhof-Schöneberg: Hirnforscher bis Punk-Ikone

Vom Hirnforscher bis zur Punk-Ikone

Von Franziska Witte | 25. Juni 2026
13 berühmte Personen aus Tempelhof-Schöneberg: Hirnforscher bis Punk-Ikone © Christian Müller

Tempelhof-Schöneberg ist ein Bezirk, der Berühmtheit nicht laut vor sich herträgt, aber kaum ein anderer Teil Berlins hat so viele Menschen hervorgebracht oder beheimatet, deren Namen weit über die Stadt hinaus bekannt sind. Vom Bayerischen Viertel, in dem Albert Einstein wohnte, über die Rote Insel, auf der Marlene Dietrich zur Welt kam, bis zur Hauptstraße, in der David Bowie seine Berliner Jahre verbrachte, reichen die Spuren.

Diese Liste konzentriert sich auf Persönlichkeiten, deren Bezug zu Schöneberg, Friedenau oder Tempelhof dokumentiert und belegbar ist, sei es durch Geburt, durch ein Wohnhaus mit Gedenktafel, durch ein Ehrengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof oder durch eine Wirkungsstätte wie das Rathaus Schöneberg. Wir stellen sie ungefähr in der Reihenfolge ihrer Geburtsjahre vor, von den Brüdern Grimm bis zu einem Regierenden Bürgermeister der Gegenwart.

Was dich erwartet

1. Jacob und Wilhelm Grimm (1785/1786 bis 1863/1859)

Jacob Grimm, der ältere der beiden Brüder, in einer Aufnahme des 19. Jahrhunderts.
Jacob Grimm, der ältere der beiden Brüder, in einer Aufnahme des 19. Jahrhunderts. Foto: Siegmund Friedlaender / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: Jacob 1785 bis 1863, Wilhelm 1786 bis 1859
  • Funktion: Sprachforscher, Märchensammler, Wörterbuch-Autoren
  • Schöneberg-Bezug: Ehrengräber auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof
  • Spuren heute: Schlichte Grabsteine, bis heute besucht

Die Brüder Grimm haben in Schöneberg nicht gewohnt, und doch gehört der Bezirk zu den festen Orten ihrer Erinnerung. Jacob und Wilhelm Grimm, Begründer der deutschen Germanistik und Sammler der weltberühmten Kinder- und Hausmärchen, wurden auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof an der Großgörschenstraße beigesetzt, wo ihre bewusst schlichten Grabsteine bis heute nebeneinander stehen.1

Beide verbrachten ihre letzten Lebensjahre in Berlin, wo sie an der Universität lehrten und am monumentalen Deutschen Wörterbuch arbeiteten, das sie nicht vollenden konnten. Ihre Gräber zählen zu den Ehrengräbern des Landes Berlin und machen den Schöneberger Friedhof zu einem der bedeutendsten Erinnerungsorte deutscher Geistesgeschichte.

2. Rudolf Virchow (1821 bis 1902)

Rudolf Virchow, Mediziner und Politiker, um die Jahrhundertwende.
Rudolf Virchow, Mediziner und Politiker, um die Jahrhundertwende. Foto: Unbekannt / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1821 bis 1902
  • Funktion: Mediziner, Pathologe und Politiker
  • Schöneberg-Bezug: Ehrengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof
  • Bekannt für: Begründer der modernen Zellularpathologie

Rudolf Virchow war einer der einflussreichsten Mediziner des 19. Jahrhunderts und der Begründer der Zellularpathologie, der Lehre, dass Krankheit ihren Ursprung in der einzelnen Zelle hat. Daneben engagierte er sich als liberaler Politiker im preußischen Abgeordnetenhaus und im Reichstag und setzte sich in Berlin maßgeblich für Hygiene, Kanalisation und öffentliche Gesundheit ein.2

Virchow fand seine letzte Ruhe auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg, wo sein Grab zu den Ehrengräbern des Landes Berlin zählt. Damit liegt einer der großen Naturwissenschaftler der Stadt nur wenige Schritte von den Brüdern Grimm entfernt.

3. Hans Baluschek (1870 bis 1935)

Hans Baluschek, Maler des Berliner Arbeiterlebens.
Hans Baluschek, Maler des Berliner Arbeiterlebens. Foto: Bundesarchiv, unbekannt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1870 bis 1935
  • Funktion: Maler des kritischen Realismus, Grafiker
  • Schöneberg-Bezug: Über drei Jahrzehnte Atelier auf der Roten Insel
  • Spuren heute: Gedenktafel und Grünzug am Südkreuz

Hans Baluschek war einer der wichtigsten Maler des Berliner Arbeitermilieus und lebte über dreißig Jahre lang in Schöneberg. Auf der Roten Insel, wo er ab 1895 wohnte und arbeitete, fand er die Motive für seine sozialkritischen Bilder von Fabriken, Mietskasernen und dem Leben der kleinen Leute. Er war Mitglied der Berliner Secession und illustrierte unter anderem das Kinderbuch Peterchens Mondfahrt.3

An den Maler erinnern in Schöneberg eine Berliner Gedenktafel und ein schmaler Grünzug zwischen den S-Bahnhöfen Priesterweg und Südkreuz, der seinen Namen trägt. Baluschek gilt als der bildnerische Chronist des alten Schöneberg, dessen Straßen und Hinterhöfe er wie kaum ein anderer festgehalten hat.

4. Albert Einstein (1879 bis 1955)

Albert Einstein 1921, zur Zeit seines Lebens im Bayerischen Viertel.
Albert Einstein 1921, zur Zeit seines Lebens im Bayerischen Viertel. Foto: Ferdinand Schmutzer / Wikimedia Commons (gemeinfrei)
  • Lebensdaten: 1879 bis 1955
  • Funktion: Physiker, Nobelpreisträger
  • Schöneberg-Bezug: Wohnte ab 1917 in der Haberlandstraße 5
  • Spuren heute: Gedenkstele im Bayerischen Viertel

Albert Einstein wohnte von 1917 bis zu seiner Emigration 1933 in der Haberlandstraße 5 im Bayerischen Viertel, dem Schöneberger Quartier, das wegen seiner vielen jüdischen Bewohner auch jüdische Schweiz genannt wurde. In der geräumigen Wohnung mit Portier und Aufzug empfing er Gäste wie Max Planck, Max Liebermann und Heinrich Mann, und hier entstand ein Großteil seines Berliner Werks.4

Das alte Wohnhaus existiert nicht mehr, doch eine Gedenkstele im Bayerischen Viertel erinnert an den berühmtesten Bewohner des Quartiers. Einsteins Jahre in Schöneberg fielen in die produktivste Phase seines Lebens, in der er den Nobelpreis erhielt und zur Weltberühmtheit wurde, bevor die Nationalsozialisten ihn aus Deutschland vertrieben.

5. Gisèle Freund (1908 bis 2000)

Die Fotografin Gisèle Freund, gebürtige Schönebergerin.
Die Fotografin Gisèle Freund, gebürtige Schönebergerin. Foto: Hans Puttnies / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1908 bis 2000
  • Funktion: Fotografin und Soziologin
  • Schöneberg-Bezug: Geboren und aufgewachsen im Bayerischen Viertel
  • Bekannt für: Farbporträts von Joyce, Woolf und Kahlo

Gisèle Freund kam 1908 in Schöneberg zur Welt und wuchs in einer wohlhabenden jüdischen Familie im Bayerischen Viertel auf. Ihr Vater, ein Kunstsammler, schenkte ihr zum Abitur eine Leica und legte damit den Grundstein für eine der bemerkenswertesten Fotografenkarrieren des 20. Jahrhunderts. Vor den Nationalsozialisten floh die überzeugte Antifaschistin 1933 nach Paris.5

Im Exil wurde Freund berühmt für ihre einfühlsamen Porträts von Künstlern und Schriftstellern, darunter James Joyce, Virginia Woolf, Simone de Beauvoir und Frida Kahlo. Als eine der ersten arbeitete sie konsequent mit Farbfilm. Ihre Wurzeln aber lagen im Schöneberg der Kaiserzeit, in dem großbürgerlichen Milieu, das die Nationalsozialisten wenig später zerstörten.

6. Marlene Dietrich (1901 bis 1992)

Marlene Dietrich 1963, auf dem Höhepunkt ihrer Bühnenkarriere.
Marlene Dietrich 1963, auf dem Höhepunkt ihrer Bühnenkarriere. Foto: Eric Koch / Anefo / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 nl)
  • Lebensdaten: 1901 bis 1992
  • Funktion: Schauspielerin und Sängerin von Weltrang
  • Schöneberg-Bezug: Geboren auf der Roten Insel, begraben in Friedenau
  • Spuren heute: Ehrengrab an der Stubenrauchstraße

Marlene Dietrich wurde 1901 in der heutigen Leberstraße auf der Schöneberger Roten Insel geboren und ist damit eine der berühmtesten Töchter des Bezirks. Mit ihrer Rolle der Lola in Der blaue Engel wurde sie 1930 über Nacht zum Weltstar, ging nach Hollywood und verkörperte wie keine zweite den Mythos der unnahbaren Diva.6

Nach ihrem Tod 1992 in Paris wurde Dietrich ihrem Wunsch gemäß in Berlin beigesetzt, auf dem Städtischen Friedhof III an der Stubenrauchstraße in Friedenau, in der Nähe des Grabes ihrer Mutter. Ihr schlichtes Ehrengrab trägt nur den Vornamen Marlene und ist bis heute eine Pilgerstätte für Verehrer aus aller Welt.

7. Helmut Newton (1920 bis 2004)

Der in Schöneberg geborene Fotograf Helmut Newton.
Der in Schöneberg geborene Fotograf Helmut Newton. Foto: Ralf Liebau / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
  • Lebensdaten: 1920 bis 2004
  • Funktion: Modefotograf von Weltruf
  • Schöneberg-Bezug: Geboren in der Innsbrucker Straße 24
  • Spuren heute: Gedenktafel am Geburtshausstandort

Helmut Newton kam 1920 als Helmut Neustädter in der Innsbrucker Straße 24 in Schöneberg zur Welt, als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie. Vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten emigrierte er 1938 und legte sich später den Namen Newton zu, unter dem er zu einem der einflussreichsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts wurde.7

Sein Geburtshaus an der Innsbrucker Straße steht nicht mehr, eine 2005 enthüllte Gedenktafel erinnert an den Ort. Sein fotografisches Erbe ist heute in der Helmut Newton Stiftung in Charlottenburg zu sehen, doch seine Wurzeln liegen im bürgerlichen Schöneberg der Weimarer Republik.

8. Hans Rosenthal (1925 bis 1987)

Hans Rosenthal, langjähriger Regisseur und Moderator beim RIAS in Schöneberg.
Hans Rosenthal, langjähriger Regisseur und Moderator beim RIAS in Schöneberg. Foto: Unbekannt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1925 bis 1987
  • Funktion: Rundfunk- und Fernsehmoderator
  • Schöneberg-Bezug: Jahrzehntelang Regisseur beim RIAS in Schöneberg
  • Spuren heute: Hans-Rosenthal-Platz und Stadtbad Schöneberg

Hans Rosenthal überlebte als verfolgter Jude die NS-Zeit in einem Versteck und wurde danach zu einer der beliebtesten Fernsehfiguren der Bundesrepublik, vor allem mit der Sendung Dalli Dalli. Seinen beruflichen Aufstieg begann er 1948 beim RIAS, dem Rundfunk im amerikanischen Sektor, dessen Funkhaus in Schöneberg stand und wo er vom Aufnahmeleiter zum Regisseur wurde.8

Schöneberg ehrt ihn gleich mehrfach. Der Platz vor dem ehemaligen RIAS-Gebäude trägt seit 1993 den Namen Hans-Rosenthal-Platz, und das Stadtbad Schöneberg ist seit 2012 nach ihm benannt, weil er dort mit 25 Jahren schwimmen lernte, was ihm in seiner Jugend durch die NS-Verfolgung verwehrt geblieben war.

9. Willy Brandt (1913 bis 1992)

Willy Brandt, der vom Rathaus Schöneberg aus West-Berlin regierte.
Willy Brandt, der vom Rathaus Schöneberg aus West-Berlin regierte. Foto: Engelbert Reineke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
  • Lebensdaten: 1913 bis 1992
  • Funktion: Regierender Bürgermeister, später Bundeskanzler
  • Schöneberg-Bezug: Amtssitz im Rathaus Schöneberg 1957 bis 1966
  • Bekannt für: Schauplatz von Kennedys Berliner Rede 1963

Willy Brandt regierte West-Berlin von 1957 bis 1966 als Regierender Bürgermeister, und sein Amtssitz war das Rathaus Schöneberg, das in der Zeit der Teilung das politische Zentrum der Stadt war. Von hier aus erlebte er den Mauerbau 1961 und prägte das Bild eines Berlins, das sich nicht einschüchtern ließ.9

Im Juni 1963 wurde der Platz vor dem Rathaus Schöneberg zum Schauplatz eines der berühmtesten Momente des Kalten Krieges, als US-Präsident John F. Kennedy vor anderthalb Millionen Menschen seine Rede mit dem Satz Ich bin ein Berliner beendete. Brandt stand bei dieser Rede an seiner Seite, und der Ort blieb als Symbol der Westbindung in Erinnerung.

10. Hildegard Knef (1925 bis 2002)

Hildegard Knef, aufgewachsen in Schöneberg und Friedenau.
Hildegard Knef, aufgewachsen in Schöneberg und Friedenau. Foto: Eric Koch / Anefo / Wikimedia Commons (CC0)
  • Lebensdaten: 1925 bis 2002
  • Funktion: Schauspielerin, Sängerin und Autorin
  • Schöneberg-Bezug: Kindheit und Jugend in Schöneberg und Friedenau
  • Spuren heute: Gedenktafel an ihrem Wohnhaus

Hildegard Knef wurde zwar in Ulm geboren, doch sie wuchs in Berlin auf und verbrachte ihre prägenden Kinder- und Jugendjahre in Schöneberg und Friedenau. Hier ging sie zur Schule, bevor sie zur großen deutschen Nachkriegsschauspielerin wurde, die mit Filmen wie Die Mörder sind unter uns und später als Chansonnière Karriere machte.10

An ihre Verbindung zum Bezirk erinnert eine Gedenktafel an einem ihrer früheren Wohnhäuser. Knef galt als die deutsche Antwort auf den Weltstar-Glamour, eine Künstlerin mit rauer Stimme und unverwechselbarem Berliner Witz, deren Wurzeln im Südwesten der Stadt lagen.

11. David Bowie und Iggy Pop

David Bowie, der seine Berliner Jahre in der Schöneberger Hauptstraße verbrachte.
David Bowie, der seine Berliner Jahre in der Schöneberger Hauptstraße verbrachte. Foto: Adam Bielawski / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
  • Zeitraum: 1976 bis 1978 in Schöneberg
  • Funktion: Musiker von Weltrang
  • Schöneberg-Bezug: Gemeinsame Wohnung Hauptstraße 155
  • Bekannt für: Bowies Berlin-Trilogie, Iggys The Idiot

David Bowie zog 1976 nach West-Berlin und bewohnte eine Altbauwohnung in der Hauptstraße 155 in Schöneberg, zeitweise zusammen mit seinem Freund Iggy Pop. In diesen Jahren entstand Bowies legendäre Berlin-Trilogie aus den Alben Low, Heroes und Lodger, während Iggy Pop hier seine einflussreichen Platten The Idiot und Lust for Life aufnahm.11

Die Hauptstraße 155 ist bis heute ein Wallfahrtsort für Fans aus aller Welt. Eine Gedenktafel mit Bezug auf die Zeile We can be heroes erinnert an Bowies Berliner Jahre, die als künstlerische Wiedergeburt des Musikers gelten und Schöneberg einen festen Platz in der Geschichte der Popmusik gesichert haben.

12. Rio Reiser (1950 bis 1996)

  • Lebensdaten: 1950 bis 1996
  • Funktion: Musiker, Sänger von Ton Steine Scherben
  • Schöneberg-Bezug: Ehrengrab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof
  • Bekannt für: König von Deutschland, Der Traum ist aus

Rio Reiser, bürgerlich Ralph Christian Möbius, war der Sänger der Band Ton Steine Scherben und eine zentrale Figur der westdeutschen Linken und der Hausbesetzerszene. Mit Liedern wie Der Traum ist aus und später dem Solohit König von Deutschland wurde er zu einer Ikone, deren Texte bis heute auf Demonstrationen gesungen werden.12

Nach seinem frühen Tod 1996 wurde Reiser zunächst auf einem Hof in Schleswig-Holstein bestattet und 2011 auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg umgebettet. Seit 2021 ist sein Grab ein Ehrengrab des Landes Berlin und liegt damit in der Nachbarschaft der Brüder Grimm und Rudolf Virchows.

13. Klaus Wowereit (geboren 1953)

Klaus Wowereit, in Tempelhof geboren und in Lichtenrade aufgewachsen.
Klaus Wowereit, in Tempelhof geboren und in Lichtenrade aufgewachsen. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
  • geboren 1953: in Berlin-Tempelhof
  • Funktion: Regierender Bürgermeister von Berlin 2001 bis 2014
  • Tempelhof-Bezug: Geboren in Tempelhof, aufgewachsen in Lichtenrade
  • Bekannt für: Der Satz und das bin auch gut so

Klaus Wowereit wurde 1953 in Tempelhof geboren und wuchs als jüngstes von fünf Kindern in einfachen Verhältnissen in Lichtenrade auf, wo er am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium sein Abitur machte. Schon als Schüler engagierte er sich bei den Jusos und begann damit eine politische Laufbahn, die ihn an die Spitze der Stadt führte.13

Von 2001 bis 2014 war Wowereit Regierender Bürgermeister von Berlin und prägte das Bild der Hauptstadt als weltoffene, lebenslustige Metropole. Berühmt wurde sein offenes Bekenntnis zu seiner Homosexualität mit dem Satz, der zur geflügelten Wendung wurde. Seine Wurzeln aber liegen im Süden von Tempelhof-Schöneberg.

Ausblick

Was diese Liste zeigt, ist die ungewöhnliche Dichte an Geschichte auf engem Raum. In wenigen Straßen zwischen Rote Insel, Bayerischem Viertel und Friedenau wohnten Wissenschaftler von Weltrang, wuchsen Schauspielerinnen und Fotografen auf, die das 20. Jahrhundert mitprägten, und auf einem einzigen Friedhof liegen die Brüder Grimm, Rudolf Virchow und Rio Reiser nur wenige Wege voneinander entfernt.

Tempelhof-Schöneberg war oft der Ort, an dem sich Begabung zuerst zeigte, bevor sie in die Welt zog, und ebenso oft der Ort, an den die Menschen am Ende zurückkehrten. Die Gedenktafeln, Stolpersteine und Ehrengräber des Bezirks halten diese Verbindungen sichtbar, und sie machen aus einem Spaziergang durch die Quartiere eine Reise durch ein gutes Stück deutsche Kulturgeschichte.

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